February 20, 2014 Udupi, Karnataka, India

Goa, Auszeit von Indien und dem Radfahren

by Daniela , published on July 20, 2014

distance: 564.47km
duration: 86h 33min

Die großen Erwartungen an Goa

Auf den Strassen von Maharastra, der Provinz nördlich von Goa, hat fast jeder vorbeifahrende Inder vom Moped gebrüllt: "Do you go to Goa"?

Ist also klar, dass alle weißen Gesichter nach Goa fahren!

Am Arambol Hauptstrand wird niemandem fad.

Bevor die Gaeste kommen

Ein geschuetzter Strand fuer die Schildkroeten

 

Auf jedem Strand in Indien gibt's Hunde. Hab aber nie einen Scheisshaufen gesehen!

Habt ihr nun Lust auf Urlaub in Goa?

 

Wir rollen mit unseren Fahrrädern in die nördlichste Touristenburg in Arambol ein. Mit guter Laune radle ich Richtung Strand und ich singe, "Pack die Badehose ein, ..."

Ein Moped nach dem anderen, mit weißen Touristen, fährt bei uns vorbei. Uns fällt sofort auf, dass die Jungs und die Mädels alle leicht bekleidet sind. Für uns ganz was Neues, eine eigene Welt in Indien! Wir haben keine Ahnung was uns hier erwartet.

Nach der Zeit in Zentralasien habe ich mich schon an meine weite Bekleidung gewöhnt. Ich trage meine enge Radlerhose immer unter meiner weiten Trekkinghose und nie ein enges Shirt. Obwohl die Leute hier für unsere europäischen Verhältnisse normal angezogen sind, erscheint es für mich gerade sehr obszön.

Es ist für mich recht schwierig in mitten der indischen Kultur so freizügig herum zu laufen. Zwar sind die Einheimischen die nackte Haut der Weißen gewohnt, aber ich bemerke trotzdem die Blicke.

So schön ich es auch finde mich bei dieser Hitze auszuziehen, aber ich habe ein unangenehmes Gefühl dabei. Ich finde dieses Verhalten nicht korrekt.

Es ist ja auch eigenartig, wenn man bedenkt dass die Einheimischen sogar mit ihren Saris ins Wasser gehen. Die Saris zeigen zwar den Bauch, aber der restliche Körper ist komplett abgedeckt.

 

Arambol

Die alte Hippiestadt Arambol wird von extravaganten Menschen belebt. Für uns eine tolle Abwechslung, ich kann gar nicht aufhören die Leute anzustarren. Ich hätte nicht gedacht, dass es so einen Ort auf der Welt noch gibt. 

Eine gute Unterkunft zu finden ist hier ein wenig schwer, die ganze Innenstadt, d.h. der Stadtteil nahe dem Strand, ist vollgequetscht mit Betonhäusern. Der Ort selbst hat wenig Charme. Es wird alles mit Ferienhäusern zugebaut. 

In Maharastra waren die Strände meist leer. Ich bin auf meiner langen Reise durch Indien leider nie dahinter gekommen, warum das Meer für die Inder so fremd ist. Die meisten können auch nicht schwimmen. Könnt ihr euch das vorstellen?

Die junge Generation nähert sich dem Meer, sie plantschen gerne unter der Aufsicht von den Lifeguards. Es wird anscheinend immer populäre am Meer Urlaub zu machen, aber eine Inderin im Bikini ist weit und breit nicht zu sehen.

Ist es die Angst vor dem Unbekannten? Die zu starke Strömung? Welche Ängste stecken dahinter? Es scheint als wären sie mit dem Meer nicht vertraut, obwohl wir viele Fischer sehen, die mit selbstgebauten Gefährten hinaus fahren zum Fische fangen.

Und hier in Goa ist der Strand voll mit Touristen. Es wirkt wie eine künstlicher Ort für mich. Gäbe es keine westlichen Touristen hier, würde es diese Orte entlang den Stränden gar nicht geben. 

Ganesha

Neben alldem genießen wir aber trotzdem den europäischen Einfluss. Es gibt gutes Frühstück mit Zimtschnecke, Torten und gutem Kaffee. Abends gibt es romantische Strandatmosphäre und können jeden Tag ein neues, gutes Restaurant erkunden.

 

Schoener Arbeitsplatz in Patnem

Tempelblumen

Ich bemühe mich jeden Tag am Yoga-Training teilzunehmen. Die Lehrerin ist eine Inderin und gibt tolle, traditionelle Stunden. Zum Abschluss singt sie Lieder für ihre Götter, das Singen unterstützt herrlich die Meditation.

In der Hauptstadt von Goa, in Panjim, die Kirche "Our Lady of the Immaculate Conception".

Schon sehr verlockend

Das wohl schoenste Viertel in Panjim rueckt durch den Kolonialstil der Portugiesen in den Mittelpunkt der Touristen.

Auf den Strassen

Bei der Weiterfahrt auf unseren Rädern entdecken wir viele christliche Kirchen, sowie alte Häuser im Kolonialstil aus der langen Besetzung der Portugiesen (Portugiesisch-Indien) in Goa. 

Kirche im Dorf

Schoene alte Haeuser, aber man sieht leider mehr verwahrloste als renovierte Altbauten.

Meist liegt nur ein Radfahrtag zwischen dem nächsten längeren Strandaufenthalt. Das Campen rückt somit in den Hintergrund. Es wird jeden Abend schwieriger einen Platz zu finden. Zwischen den vielen Bäumen gibt es kaum Freiflächen, wenn wir Glück haben, dann finden wir eine Weidefläche. Zudem gibt es keinen Abend in Zweisamkeit, weil wir immer Inder um uns haben. 

Christian musste seine Gangschaltung (Narbenschaltung) Rohloff ausbauen. Seit längerem ist Öl ausgelaufen und so musste er die Papierdichtung wechseln. 

So sieht eine Rohloff Schaltung aus

 

Entlang der Küstenstrasse

Es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken.

Fischer am Reparieren des Netzes.

Ein ueblicher Hausschrein an der Kassa.

Tempelanlage

Auch eine Moeglichkeit

Über Gokarna, einem Pilgerort geht es zu unserem letzten Badeaufenthalt weiter. Am Weg zur nächsten Bucht teffen wir auf die erste Österreicherin seit unserer Reise. Mit großem Interesse quatschen wir recht lange. So kommt sie sogar zu spät zu ihrer Verabredung. 

Gokarna ist ein wichtiger Hindu Pilgerort. Es wird hier fuer die Feiertage ein maechtiger Holzwagen an die Oeffentlichkeit gezogen. Der Tempel im Ort zieht viele westliche Touristen an.

Nachbarbucht des Om Strandes

Der Om Beach lockt Tagestouristen an. Es gib hier auch keine Liegen und keine Sonnenschirme am Strand. Die Unterkunft ist uns zu teuer, uns hält hier nichts. 

Am nächsten Tag radeln wir wie immer in praller Sonne über die Berge weiter.

 

Christian hat sich für einen Tauchkurs entschieden und so fahren wir die nächsten Tage entlang der Küste nach Murudeshwar weiter.

Ein typischer Verkaufsstand

 

 

Im Lokal auf ein Getraenk
 

Den Fluss haben wir erfolgreich ueberquert
 

Die lieben Frauen

Unser Tauchurlaub

Murudeshwara ist eine von indischen Touristen belagerte Kleinstadt.

Die Hauptattraktionen in Murudeshwara, der Tempeleingang und die Shivastatue.

Haupteinkommen ist das Fischen

Die große Shivastatue, der Tempel und der Strand lockt die Inder in Massen an diesen Ort. Leider ist der Strand und der Ort extrem zugemüllt, man versucht die Strasse ein bisschen zu pflegen, aber es gibt keine Müllabfuhr und das Abwasser der Toilette wird in das Meer geleitet. Manche Einheimischen lieben die alte Tradition und nutzen den Strand als Toilette für groß und klein.

"Gopura", der monumentale Beton Turm dient als Eingang in den Tempel.

Zweitgroesste Shivastatue der Welt, 37 m hoch.

Die 19 km weit entfernte Netrani Island wird hier von den Tauchcentern jeden Tag besucht. Nach zwei Tagen Training im Pool geht es raus zur Insel. Durch die starken Wellen der letzten Tage ist die Sicht unter Wasser beschränkt.

Christian musste leider Erfahrung mit Seekrankheit machen. Für ihn war die Anfahrt zur Insel eine Qual.

Des einen Freud, des anderen Leid.

Gerade haben wir beim Fahrrad fahren darüber geredet, dass Christian tauchen lernt und jetzt ist die Zeit schon wieder um. In einer Woche wird einem alles sehr vertraut. Man kennt die Leute, weiß wie der Ort funktioniert und fühlt sich schon ein bisschen zu Hause.

Kokosnuesse werden zum Verkauf von der dicken Aussenschale befreit.

Nach vier Tauchtagen verabschieden wir uns von der Crew. Meine Stimmung ist ein wenig getrübt, aber so ist es beim Reisen. Jeder geht wieder seinen Weg und auch wir starten für das nächste Monat in die Westghats

A Coconut a day keeps the doctor away. Unser Motto!
 

Gutes Fleisch

Udupi

In Udupi steht ein besonderer Hindu Tempel, der dem Gott Krishna geweiht ist. Wir besuchen den letzten Ort für uns an der Küste bevor wir in das Landesinnere weiter fahren. 

Tempeleingang
 

Wir sehen zum ersten Mal einen autofreie Zone rund um den Tempelkomplex.
 

Endlich ein Platz ohne Autos

Die Verkaufsstende fuer die heiligen Ketten und Bilder.

 

 

 

February 17, 2014 Gopadi, Karnataka, India

Along the Konkan Coast

by Christian , published on July 20, 2014

distance: 832.63km
duration: 132h 17min

From the balmy heights of the Western Ghats around Mahabaleshwar we went down to the humid heat of the Konkan Coast. Dozens of streams from the mountains drain in the sea before forming a single river, therefore the topography along the coast is rugged with hills and vales.

Rare morning fog in Southern India

Indian rupee coins

 

Up and down we went for days - coasting to the shaded valley floors covered in thick jungle followed by sweaty climbs back up to the rocky and sun-baked plateaus, where the village people dry fish in stinky spreads and harvest hay for their cattle.

Small fish layed out to dry in the sun

Boarding a ferry across the river

After a few days of this repeating up and down we decided to leave the small coastal routes in favor of the main road further inland to get quicker to Goa.

It was quite a culture shock when on the way to the first beach in Goa we passed by a blonde russian girl, only wearing thin strips of cloth around her waist and bust. More and more scantily dressed white tourists passed by - "Wow, this people really don't give a shit!", "What is this place?" where our thoughts.

Another ferry ride

Palm grove

Loading of ice from a bridge with a simple chute made of textile

After 7 months in asian countries where the dress-code is modest for both men and women and most of the body is covered, we had not been prepared for anything like that.

The tourists coming to Goa though are unaware/ignorant of the cultural difference and the local indian population appears to endure it with tolerance (When we asked what they think of it, it was answered with an uncomfortable smile and the words "This is Goa!").

Freshly pressed sugarcane juice

Aside from our new prudish world view, we thoroughly enjoyed an extended holiday of 3 weeks on Goan beaches (Arambol, Ashwem, Palolem and Patnem) with westernized food and the comfort of not having to pack up and move on every day. I was so busy procrastinating that i didn't even find time to take cheesy holiday-pictures.

Coconut harvest

On the way to Palolem/Patnem

Replacing a broken gasket in my Rohloff Speedhub

Karnataka women selling souvenirs in Patnem/Goa

Another ferry

Preparation for the Chariot Festival

Proud cyclists

The essence of Murudeshwara - rubbish and the dreams of an indian millionaire

We attached another week in the ugly town of Murudeshwara/Karnataka, where i got a scuba license. Nethrani Island is 19km of Murudeshwara and purportedly the only place in India with water clear enough for diving.

I not only got my SCUBA license, i also learned that i'm prone to seasickness. After 2 days of training in the pool we went for deep-water dives around the island. There had been some heavy wind and the sea was rough with 3 meter waves on the first day. Like a cork our small wooden boat was lifted to the ridge of the waves, only to plunge down into the valley a second later.

Within minutes after leaving the beach i started to feel sick - and the transfer to the island was going to take another 1.5 hours.

I was struggling to keep my breakfast in, staring at the horizon to fight the vertigo and give my brain visual stability. But all my efforts to calm my confused sense of balance was pretty much in vain, i felt horrible and i just wanted it to quit. I soldiered through though and we finally arrived in the downwind side of the island where the water was calmer. But the sudden end of the violent motion of the boat was too much - with drastic force i retched up my breakfast of Masala Dosa and Sweet Lassi. Luckily i felt much better during the dives, thanks to the stable ground at the bottom of the sea. Coming back to the surface though caused another violent series of dry heaves (There was nothing left in my stomach at that point). During the theory-lessons of the courses our divemaster had explained that it was possible to puke through the second stage of the regulator (The piece that you put in your mouth to breath underwater), but i was glad i didn't have to try that in practice.

Taking some tablets and less violent waves improved the situation a bit on the second day, but i was still happy to get off the boat after successfully finishing the course. From then on i could no longer bear the smell of Dosa.

Haste leads to accidents

AIDS = DEATH - Stop Sex with XYZ

Notice how deep the boat is in the water

 

January 12, 2014 Ambrad, Maharashtra, India

Ein grosser Sprung nach S├╝den

by Daniela , published on June 03, 2014

distance: 2662.27km
duration: 142h 11min

Wir haben unser Visum endlich in den Pässen und können den Weg nach Indien antreten. Über die Wagah Border im Norden von Indien geht es ab nach Amritsar.

Die Luft ist schon sehr kalt und feucht, fürs Radfahren ein unangenehmes Klima.

Innenstadt von Amritsar

Die Geldopfergaben koennen sich die Armen abends abholen.

Auf dem Weg nach Amritsar herrst dichter Nebel, es gibt keine Weitsicht. In Amritsar wird es leider in den nächsten Tagen nicht besser.

 

Golden Temple

Beim Besuch des goldenen Tempels frieren uns die Füße auf dem weißen Marmor.

Die Tempelanlage ist riesig. Die Gläubigen gehen hier im Kreis um den großen See herum. An jeder Statue wird angehalten und gebetet. Es wird gratis Essen ausgehändigt, der Tempel sei bekannt für gute Küche.

Harmandir Sahib, der goldene Temple in Amritsar, das hoechste Heiligtum der Sikh in der Provinz Punjab in Indien. Die riesige Palastanlage umschliesst einen See, um den die Pilger ihre Kilometer ziehen. In der Mitte des Sees ist der von Blattgold belegte goldene Tempel.

Die Waechter der Anlage

Eines der vielen Tore

Der Aufenthalt in Amritsar lässt uns unsere Pläne überdenken.

Es hat ca. 10 Grad und es ist feucht und nebelig. Nicht gerade einladend um im Norden zu verweilen. Delhi hat das selbe Klima was uns nicht gerade freut. Seit Lahore spielen wir mit dem Gedanken nach Südindien weiterzufahren. 

Für Südindien würden wir drei Monate fürs Radfahren einrechnen, die Saison endet im Juni, da der Monsun startet. Je später es wird, um so heißer wird es im Süden.

Wir lassen uns nicht dreimal von der Sonne einladen und entscheiden uns nach vielen Recherchen gegen Dehli und für den 32-Stunden-Zug nach Mumbai.

 

Weihnachten naht und ich wär so gern an einem schönen, entspannten Ort. 

Am Bahnhof sieht es schlecht für uns aus. Alle Züge sind für die nächste Woche ausgebucht. 

Die Sikhbuben mit dem klassischen Knoedl am Kopf.

 

Am Bahnhofseingang spricht uns ein alter Fahrradrikschafahrer an. Er erzählt uns, wir sollen uns ein Ticket kaufen und uns mit der entsprechenden Klasse ein Warteliste-Ticket geben lassen. Mit diesem können wir dann zum Stationsführer gehen. Er wird etwas tricksen und uns einen Platz im Zug verschaffen. Wir nehmen diese Aussage aber nicht wirklich ernst. Kann man nicht auf normalen Weg ein Ticket kaufen?

Nach dem Besuch des goldenen Tempels fahren wir zwei Stunden früher zum Bahnhof, um uns dort eine Möglichkeit für einen Liegeplatz zu organisieren. Wir irren am Bahnsteig herum, suchen verzweifelt den zuständigen Schalter. Kein Inder hilft uns weiter. Wir werden wie Außerirdische betrachtet, immer wieder werden wir über unsere Reise ausgefragt, aber keiner hilft uns weiter. Wie funktioniert hier das System mit dem Ticketkauf?

Nun ja, verzweifelt und deprimiert zu Weihnachten noch in Amritsar zu sitzen, sehen wir den Zug abfahren.

Und da treffen wir ihn wieder, unseren Rikschafahrer. Wir erzählen Surinder unseren Misserfolg, darauf hin, nicht verwundert: "I told you what to do!". Ok, anscheinend sollten wir die Leute doch wieder ernst nehmen. 

Am nächsten Tag kaufen wir uns dann das entsprechende Ticket mit Wartelistenplatz Nummer 140 am Schalter und bringen es zum Zugvorsteher. Surinder zeigt uns wo der Zugvorsteher sein Büro hat, er sitzt nicht direkt am Bahnhof, sondern in einem aussenstehenden Gebäude. Ohne Bestechung bekommen wir das Ticket mit einer Nummer darauf geschrieben zurück. Mit diesem müssen wir dann zu einem anderen Raum am Bahnsteig, dort bekommen wir die endgültigen Plätze zugewiesen.

Das Ärgerliche war, dass wir auch schon an dem Tag zuvor in diesem Raum nachgefragt hatten und uns keiner weiter helfen konnte. Das Ganze ist wohl irgendwie geheim zu halten.

Über die Zugkategorien hatten wir keinen Plan, wir kauften die "Sleeper"-Variante, das war leider keine gute Wahl. Unsere Zugfahrt ist für zwei Nächte und drei Tage geplant und wir haben einen Wagon mit einfachsten Liegen, kein abgeschlossenes Abteil.

Ist ja nicht das Problem, aber wenn sich eine Familie eine Liege teilt, dann wird der Wagon schon mal bummvoll. Da nicht jeder ein Ticket bekommen hat, teilen sich die Inder die Liegen. Es kann daher jeder mit dem Zug mitfahren. Der Zug ist somit voll, voll, voll besetzt. Die Leute schlafen überall, am Boden wird auf Kartonschachteln geschlafen. Nach dem ersten Tag fängt auch das Klo stark zum Riechen an. Der Müll welcher nicht aus dem Fenster geworfen wird kommt auf den Boden. Arme Leute nutzen beim Halt am Bahnsteig die Chance und kehren den Boden aus und bekommen dadurch ein wenig Geld dafür. In all dem Chaos versuchen wir einen Überblick auf unser Gepäck zu behalten.

Am Bahnhof

Froh wieder die Fahrraeder bei uns zu haben

Angekommen in Mumbai erwartet uns blauer Himmel und gemütlich warme Temperaturen. Wir sind froh hier zu sein und auch das die Räder unversehrt transportiert worden sind (lediglich Christians Fahnenstange wurde von den grobmotorischen Arbeitern geknickt). Wir haben zwei Tage um unsere Räder gezittert, da diese in einem extra Wagon verstaut wurden und wir keine Kontrolle darüber hatten.

Wir haben es geschafft einen Tag vor Weihnachten in Südindien anzukommen.

Nach unserem ersten Dosafrühstück fahren wir mit der Fähre weiter. Es ist traumhaft, die Temperatur perfekt. Kein Frieren mehr.

Auf der Ueberfahrt zu unserem Startpunkt

Die ersten Eindrücke sind sehr positiv. Die Leute sind nett und auch die Strassen sind nicht so schlimm wie uns erzählt wurde. Wir fahren jedoch auf kleinen Nebenstrassen.

Horn OK Please. Es wird gehupt!

 

Zuerst wollen wir an den Mulshi Lake, an einen der vielen Staudämme in Maharasthra.

Ein steiler Anstieg auf diese Hochebene bietet uns am Abend einen schönen Ausblick vom Zeltplatz.

So sieht es aus, wenn der Schweiss durch die Naht kommt

Sehr wenig Verkehr

Eine schoene Aussicht vom Campingplatz

Es gibt nächsten Morgen sogar ein Restaurant um die Ecke und so wird uns in Indien die Selbstversorgung so langsam aus den Händen genommen. Wir kochen nur sehr selten. Es ist aber auch schwierig Lebensmittel zu finden. Ab und zu ein kleines Geschäft, meist voll mit Krims Krams.

Mulshi Lake

Die Fahrt um den See ist trotz der löchrigen Strasse erholsam. Im Ort selbst haben wir keine günstige Unterkunft gefunden. Mulshi liegt nur 90 km von Pune entfernt und daher dominieren hier die Reichen. Nach langem hin und her bekommen wir ein Angebot um 1000 Rs in einem schäbigen Zimmer. Wenn Preis und Leistung nicht übereinstimmt, dann machen wir nicht mit. Alles eine Abzocke!

Wir entscheiden uns auf einer Fläche neben dem Hotel zu campen, leider wurde uns auch so 400 Rs abgeknöpft. Naja, dafür haben wir unser eigenes Zelt, wo es sauber und gemütlich ist.

In der Frueh ist unser Zelt jeden Tag feucht

Oje, ein Platter

 

Wir fahren über Pune, Bhor und Wai nach Mahabaleswhar weiter.

Auf der Eingangsstufe

Die Strecke zwischen Bhor und Whai war ein Glückstreffer und endlich mal was für Radfahrer.

Von Bhor nach Wai, tolle Strecke

Schaulustige Waldbewohner am Strassenrand - Ich habe das Gefuehl, dass die Affen jeden Moment aufs Fahrrad springen.
 

Am Gipfel vor Wai ein paar kleine Restaurants. Dort finden wir unseren perfekten Campingplatz für die Silvesternacht und für das Abendessen ist auch schon gesorgt.

Ein gutes neues Jahr 2014!

 

In Mahabaleshwar lernen wir indische Touristenorte kennen und bekommen eine gute Einführung in die indische Kultur! Der Ort ist grässlich, die Preise hoch und die Inder sind laut und nervig. Die Inder treten nur in Gruppen auf, die Jungen wollen hip und lässig sein und die Erwachsenen rennen uns mit ihren Smartphone hinten nach und zeigen den kleinen Kindern dass wir Weiße sind (Wahrscheinlich Amerikaner!). Wenn wir nicht sofort darauf reagieren wird gepfiffen oder mit irgendwelchen Tricks unsere Aufmerksamkeit gestohlen.

Manchmal ist es ja ganz nett, aber wenn alles zugleich kommt, d.h. Autos oder Motorräder hupen, alle aus einem Auto winken, dich ohne Abstand überholen und das Alles solange bis du zurückwinkst, du aber nebenbei die Aussicht genießen willst und dich anstrengen musst, kann es dich so zur Weißglut treiben! Ich bleib des Öfteren stehen, damit ich mich wieder beruhigen kann. Das Schlimme daran ist, dass zurück brüllen oder Handzeichen geben nichts bringt, es wird gehupt solange bist du zurückwinkst. Sie wollen einfach nur Aufmerksamkeit haben. Ich fahre schon aus Trotz nur noch mittig auf meiner Spur, so können sie nur überholen, wenn wirklich genug Platz ist.

Die Inder meinen es nicht bös, sie wissen es einfach nicht besser. Sie wollen uns damit begrüßen und in ihrem Land willkommen heißen.

Zur Umgebung kann ich aber Positives berichten. Es ist wirklich sehr schön hier.

Der Ausblick ist fantastisch, der Verkehr ist hoellisch.

Auffahrt nach Mahabaleshwar

Von den Aussichtspunkten kann man zu den anderen Staudämmen sehen. Uns sind hier die Unterkünfte wiedereinmal zu teuer, wir suchen uns eine ruhige Freifläche ausserhalb des Ortes und haben womöglich die schönste Aussicht vom Zelt.

Bei der Weiterfahrt auf der Hochebene genießen wir gute Erdbeeren und gelbe Karotten wie von zu Haus. Ein frischer Erdbeershake steht immer auf dem Tagesplan. Es gibt hier mehrere Unternehmen die Fruchtsäfte einkochen, aber alle Produkte haben nur einen minimalen (20%) Fruchtanteil, der Rest sind künstliche Aromen, Farbstoffe und Zucker. Wir hätten so gerne eine gute Erdbeermarmelade zum Frühstück, aber das Zeug hier kann man vergessen. 

Bei der Abfahrt

 

Nach dem Ausflug in die Berge freuen wir uns schon auf das Meer. Endlich nach Monaten kann ich meinen Bikini auspacken. Wie fahren über Dapoli an die Küste. Es ist wirklich schön hier. Die Küstenstrassen sind recht ruhig, wenig Verkehr.

Die Küste ist aber hügeliger als gedacht und von vielen Flüssen durchzogen. Die Strecke schenkt uns einen Muskelkater in den Beinen. So führt uns die Küstenstrasse cirka 200 Hm steil hinauf und wieder schnell hinunter und dann überqueren wir den Fluß mit dem Boot. Es ergibt eine interessante Abwechslung beim Fahren, aber jeden Tag um die 800 Hm.

...und wieder hinunter.

Bei Ladghar, das erste Mal Meer

Palm Oil

Wo Fluß und Meer zusammenstossen entdecken wir immer wieder Fischerorte.

Die Fischer lassen das Eis fuer die Boote in einem Schlauch von der Bruecke rutschen.

Wir fahren durch Fischerorte

Entlang der Kuestenstrasse

Wo sich Fluss und Meer trifft
 

 

Nach  längeren Küstentagen erreichen wir Guhagar, ein Dorf entlang der Küstenstrasse. Leider gibt es hier kein Hotel direkt am Meer wie ich es gerne hätte. Zwischen dem Strand und dem Dorf wurde ein breiter Streifen von Kokosbäumen angelegt. Der Spaziergang zum Strand führt über kleine Wegen durch die Plantage.

Der Weg zum Strand

In Guhagar besuchen wir unseren ersten Hindu-Tempel, Vyadeshwar mandir.

 

Bei jedem Gebet soll man die Glocke laeuten
 

Goetter
 

Die heilige Kuh

Doch Tempel gibt es überall.

 

Der erste Strandurlaub soll in Ganpati Pule statt finden. Eine schöne und günstige Unterkunft konnten wir im Ort nicht finden. Ich dachte ja an ein Hotel am Strand mit Ausblick auf das Meer.

Haha und da lernte ich dann die Einstellung der Inder zum Meer kennen. Die Mehrheit der Inder kann nicht schwimmen, daher gehen die Inderinnen mit ihrem Gewand bis auf Bauchhöhe ins Wasser planschen. Die Inder ziehen sich bis auf Unterhose und Unterhemd aus und versuchen sogar ein bisschen zu schwimmen. Alles zusammen ergibt es ein lautes Gequitsche und Geschrei. Da sich Inder nicht länger am Strand aufhalten, gibt es keine Liegestühle und Sonnenschirme am Strand.

Entlang der Kueste. Steile Huegel hinauf...
 

Vereinzelt Verkaufsstände, ansonsten eine weite Leere. Der Ort ist bekannt für den Swayambhu Tempel. Man sieht mehr Leute im Tempel als am Strand. Bei uns wär es doch umgekehrt! Beim Tempeleingang sitzt eine nette aus Kupfer gegossene Ratte. Sie ist das Reittier von Ganesha. Die Leute flüstern ihr beim Verlassen des Tempels etwas in ihre großen Ohren - interessant zu beobachten.

Der Ganpatipule Tempel

Beim Spaziergang werde ich von jungen Inderinnen angesprochen. Total neugierig und interessiert fragen sie mich aus. Das ist das Schöne hier, man fühlt sich willkommen.

 

Das Schönste beim Radfahren,

die Begegnungen auf der Strasse:

Am Markt

Zum Brunnen Wasser holen

Bei einem Chai

Bitte entschuldigt meine vielen Plastikflaschen

Wer eine Reise nach Indien machen möchte, sollte sich das Buch "The White Tiger" zulegen. Es spiegelt die Realität sehr gut wieder, ich habe vieles davon auf unserer Reise gesehen. Indien hat für mich mehrere Gesichter und auf unserer Fahrradreise kann man diese sehr gut beobachten. Am Land und in den kleinen Dörfern die wir täglich durchqueren sehen wir die einfachen Leute, die schwere Arbeit leisten. Wer es in die Stadt schafft und eine Ausbildung machen kann muss auch hart arbeiten und zusätzlich seine Familie am Land unterstützen.

Wenn wir in einer Stadt sind gönnen wir uns manchmal ein schönes und angenehmes Hotel und sehen dort die andere Seite von Indien. Die Putzfrau, den Fahrer, den Koch, viele Bedienstete für die obere Schicht der Bevölkerung. Für mich neue Bezeichnungen wie "the boy", der Mitarbeiter der schon seit Jahren in der Familie arbeitet. Die Mittelschicht lässt sich gerne bedienen. Da wird kein Finger gerührt! Derjenige der in eine guthabende Familie geboren wurde, greift keine niedrigere Arbeit an. Das Kastenwesen ist nach wie vor in Takt und die Religion spielt eine wichtige Rolle. Um all die Szenarien verstehen zu können, wär es wohl besser die Sprache zu verstehen.

Ausgezeichnet schildert Aravind Adiga die Realität in seinem Buch.